Schmuck

Wie farbige Edelsteine uns bereichern

Einen Ring mit kobaltblauem Saphir über den Finger gleiten lassen. Einen Anhänger mit einem seltenen Smaragd oder Ohrringe mit feurig glühenden Rubinen anlegen. Wie wäre es, die eigene Persönlichkeit durch die Wahl eines Farbedelsteins in besonderer Weise zur Geltung zu bringen? Lang standen sie im Schatten des Diamanten, doch nun erleben farbige Steine ein fulminantes Comeback.
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1953 sang und tanzte Marilyn Monroe zu "Diamonds are a girl’s best friend", zehn Jahre später proklamierte Shirley Bassey "Diamonds are forever". Seit mehr als einem halben Jahrhundert sind Diamanten omnipräsent. Jenseits des grossen Teichs sind sie das Merkmal für einen gewissen sozialen Status. Ihr Glanz verblasst nie und lässt auch an grauen Tagen einen Regenbogen im Schmuck erstrahlen. Seit einigen Jahren erleben aber farbige Edelsteine ein Comeback. Die Duchess of Cambridge, geborene Kate Middleton, zeigte an ihrer Verlobung stolz ihren Ring, einen ovalen Saphir von 12 Karat in einem Kranz aus Diamanten, ein Erbstück von Prinzessin Diana. Penelope Cruz trennt sich nie von ihrem Vintage-Ring mit dreikarätigem Saphir, den ihr Mann, Javier Bardem, ihr geschenkt hat. Angelina Jolie trägt farbigen Schmuck zu ihren immer sehr puristischen Outfits, und zahlreiche Schauspielerinnen schreiten mit farbigen Edelsteinen geschmückt über den roten Teppich.

 

Doch manche haben diesen Steinen mit ihrer einzigartigen Geschichte ohnehin nie den Rücken gekehrt. Wie etwa Gübelin, das Luzerner Familienunternehmen. Es ist bekannt für seine Ausnahmeschmuckstücke, seine Erfahrung in Sachen Edelsteine und seine erlesene Auswahl an Luxusuhren. Das Haus hat nicht nur eines der renommiertesten gemmologischen Labore der Welt, sondern auch eine Akademie, die allen Schmuckliebhabern das Können und die Kenntnisse von Eduard Josef Gübelin vermittelt, der auf dem Gebiet als Pionier gilt. Seine Studien zu Einschlüssen und seine Veröffentlichungen waren in der Gemmologie von entscheidender Bedeutung. Der Präsident Raphael Gübelin, der das Haus in der sechsten Generation führt, und Helen Molesworth, Leiterin der Akademie in Hong Kong, geben einige Orientierungspunkte, um sich in der faszinierenden Welt der Farbsteine zurechtzufinden. 

Ein Farbstein - was ist das eigentlich?

"Heute werden viele farbige Steine als Edelsteine bezeichnet, wie etwa Turmalin oder Spinell, aber in der Branche versteht man unter farbigen Edelsteinen generell die Big Three, also Rubin, Saphir und Smaragd". So erklärt es Helen Molesworth, deren Begeisterung bereits mit sechs Jahren geweckt wurde. Als sie damals versuchte, einen Amethyst aus einer schwierig zugänglichen Ecke zu bekommen, brach sie sich das Bein.

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Farbsteine sind rar, teuer und schwer zu finden, denn für ihre natürliche Entstehung waren meist Millionen von Jahren im tiefsten Inneren der Erde notwendig. Es gibt sie zwar überall auf der Welt, doch der Abbau findet traditionell meist in Afrika, Kolumbien und Birma statt. 

Farbige Edelsteine - ein aktueller Trend?

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Raphael Gübelin lächelt und antwortet: "Meiner Meinung nach nicht unbedingt, ich würde eher sagen, bei vielen Menschen offenbart sich ein Wunsch, auf das nächste Level überzugehen. Diamanten sind fabelhafte Steine, aber Farbsteine begeistern und erlauben eine Raffinesse, der nichts anderes gleichkommt. Sehen Sie sich zwei Diamanten der Reinheit VVS (very very slightly included) von gleicher Grösse an. Sie können die beiden bestimmt nicht unterscheiden. Zwei Rubine haben dagegen niemals die gleichen Einschlüsse oder das gleiche Feuer."

 Der CEO fährt fort: "Im Grunde ist es wirklich eine Frage des Geschmacks und der Entscheidung. Wenn man eine Schwäche für farbige Steine hat, trifft man die Wahl, sich abzuheben. Das Wesen eines Edelsteins enthüllt sich in seinem Innersten. Und seine Herkunft ist entschei- dend. Der Moment der Entscheidung sollte ganz sicher unter Begleitung stattfinden." Man sollte sich also beim Kauf von Experten beraten lassen, die für die Qualität des gewählten Steins garantieren, denn so etwas wie eine Evaluationsskala wie für Diamanten gibt es bisher nicht. 

Rubine, Saphire, Smaragde - was symbolisieren sie?

Der Saphir gilt als König der Edelsteine. Benvenuto Cellini, der grosse Florentiner Goldschmied und Bildhauer des 16. Jahrhunderts, sagte bereits: "Ein Rubin von einem Karat ist achtmal so viel wert wie ein Diamant der gleichen Grösse." In den 1940ern war das Angebot an Diamanten so hoch, dass dadurch der Wert der Rubine stieg.

 

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"Rubine sind in zahlreichen königlichen Sammlungen vertreten. In Asien und Indien ist der Rubin allgegenwärtig. Er gilt als Symbol der Freude, des Feuers und des Wohlstands", erzählt Helen Molesworth. Für Gübelin ist der Rubin eine Metapher für Liebe und Leidenschaft. An jeder Schmuckkreation des Hauses befindet sich als einzigartiges Erkennungszeichen ein winziger Rubin. Der Saphir ist der Stein der Könige. Er evoziert die Unendlichkeit ebenso wie die Weltmeere, den Himmel und den blaublütigen Adel.  

Saphire gibt es im Gegensatz zu Rubinen in jeder Farbe des Regenbogens. Und wo kommt der berühmte Saphir von Lady Di her? "Ich erinnere mich, wie wir mit einem herausragenden Kursjahrgang an unserer Akademie in Hong Kong auf den berühmten Verlobungsring von Kate Middleton zu sprechen kamen. Der Saphir ist der bevorzugte Farbstein des britischen Hofs, und Prinzessin Diana hat ihren eigenen Stein ausgewählt. Es ist bekannt, dass ihr Saphir aus Sri Lanka stammt und bei einem Steinschneider in der Bond Street erworben wurde. Dazu verriet ich den Akademieteil- nehmern, dass viel über seine Grösse spekuliert wurde, den Quellen zufolge zwischen 10 und 18 Karat. In dem Moment wirft ein junger Mann diskret ein: Er hatte 12 Karat. Mein Vater ist Juwelier in London und hat den Stein von Lady Di geschliffen", erzählt die Leiterin der Gübelin Akademie amüsiert.

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Und schliesslich der Smaragd, der faszinierendste Stein in diesem Trio. Sogar Kleopatra, die letzte Pharaonin von Ägypten, hatte eine Schwäche für Smaragde, die den Stolz auf ihr Land verkörpern. "Das Grün des Smaragds ist ein Symbol der Fruchtbarkeit und Hoffnung. Ich erinnere mich an eine sehr attraktive Frau, die in unser Geschäft in Luzern kam und nach einem Smaragd fragte. Sie sagte, sie wolle einen Smaragd, weil sie ein Baby erwarte", so Raphael Gübelin. 

Qual der Wahl

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"Als ich vier oder fünf Jahre alt war, besuchte ich meine Mutter im Gemmologischen Labor. Sie nahm mich auf den Schoss und zeigte mir besondere Steine. Ich hatte keine Ahnung von deren Wert, aber bereits als kleines Kind fühlte ich mich hingezogen zu Steinen, die mir etwas sagten, die mich am meisten in ihren Bann zogen, denn farbige Edelsteine besitzen diese Macht. Sie sprechen zu uns. Man muss ihnen nur zuhören", sagt Gübelin. Im Moment der Entscheidung muss diese Magie sofort überspringen.

"Eine Kundin in unserem Geschäft in Zürich wollte unbedingt einen Smaragd. Ich habe ihr einen ganz herrlichen herausgelegt, ihr aber auch einen roseroten Saphir von seltener Schönheit gezeigt. Für den sie sich dann entschieden hat. Er hat seinen Zauber wirken lassen... Jeder Mensch hat Lieblingsfarben, aber wir führen unsere Kunden immer zuerst zu den Big Three, den historischen Steinen, und wenn sie es wünschen, stellen wir dann gemeinsam eine Kollektion zusammen", so Gübelin. Die Qualität, die Farbe und der Glanz eines Steins reichen nicht aus, er muss auch einen Funken Seele und Charakter haben, da sind sich die Experten einig.

Wenn man vorhat, einen Farbstein zu kaufen, sollte man unbedingt darauf achten, dass er durch ein anerkanntes Labor analysiert und zertifiziert hat. Genau das ist eine der Aufgaben des Gemmologischen Labors von Gübelin. Mit ultramodernen Instrumenten, technischen Kenntnissen und etwa 27 000 Referenzsteinen, die im Lauf des letzten Jahrhunderts zusammengetragen wurden, ist es in der Branche einzigartig. Jetzt gilt es also nur noch, den farbigen Edelsteinen zuzuflüstern und vor allem, aufmerksam zu lauschen. Der Rest ergibt sich dann von alleine. 

www.gubelin.com 

 

Image Credits: ZVG

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