Wer ist Nathan Westling und warum redet die Modewelt über ihn?
Schlanke Silhouette, knallrote Mähne und ein Tomboy-Look: Natalie Westling gewann die Casting-Direktoren der Fashion Week schnell für sich. Seit 2013 zog das Model durch die ganze Welt, bezauberte die grössten Modehäuser und wurde sogar zur Muse für Marc Jacobs und Nicolas Ghesquière.
Letztes Jahr entschied sich Natalie Westling nach dem Laufstegauftritt in der Frühjar/Sommer-Modeschau 2019 von Louis Vuitton, eine Pause einzulegen und die Modeszene für eine Weile zu verlassen. Am 19. März trat das Model zurück ins Rampenlicht. Sein Name ist nun Nathan Westling. In einem Interview mit CNN sprach er über seine Beweggründe: "Ich fühlte mich, als hätte ich mein ganzes Leben lang eine Maske getragen. Nachdem ich diese nun abgenommen hatte, wurde ich endlich ... Ich weiss nicht. Ich bin zu mir selbst geworden. Ich gebe nicht mehr vor, jemand anderes zu sein." Er erzählte, dass er folgend auf seine Entscheidung, die Maske abzulegen, nach Los Angeles zog, um seine körperliche Transition zu beginnen, so dass sein Körper schliesslich seinem Geschlecht entsprechen wird. "Es ist ein unglaublicher Weg und Prozess, und ich bin wirklich glücklich, auf dieser Reise zu sein - und das in einem so jungen Alter. Es ist ein Segen", sagt er. Die Transition unter Testosteron ist anstrengend, doch das wird ihn nicht daran hindern, den Prozess abzuschliessen. Er plant, sich bald einer Operation zu unterziehen.
Nun wagt sich der 22-jährige Transgender-Mann an die Schwierigkeit heran, seinen neuen Status in Arizona, seinem Geburtsort, aber auch in der Modebranche offiziell zu machen. Dies erlaubt es ihm, sich selbst neu zu erfinden und verschiedene Facetten von sich selbst zu erforschen: "Modeln war cool, weil ich immer vorgab, jemand anderes zu sein. Das Tragen so vieler verschiedener Make-Ups und Frisuren hat mir geholfen, neue Aspekte von mir selbst zu definieren. Und schliesslich, um zu entdecken wer ich wirklich bin." Was sein Comeback auf den Laufstegs angeht, scheint Nathan zuversichtlich: "Ich werde sehen, wie die Modebranche auf all das reagiert, aber ich mache mir dabei keine grossen Sorgen." Wir sind gespannt auf seinen Weg!