Podcast Favourite: Zeit Verbrechen
Ein Podcast über Verbrechen? Was soll das denn? "Ich glaube, dass das Verständnis von Menschen, die extreme Taten begehen, auch immer etwas mit dem Verständnis von uns selbst zu tun hat", so Sabine Rückert am Anfang der 16. Folge von Zeit Verbrechen. Und damit ist eigentlich schon alles gesagt. In den bisher 17 erschienen Folgen dieses auf den ersten Blick nich eindeutig einzuordnenden Podcasts drehten sich die Gespräche um das Ringen nach Geständnissen, wenn der Angeklagte nichts Preis geben will. Um einen Auftragsmörder, von dessen Tat sich eine Frau Freiheit verspricht. Um Rassismus vor Gericht und um Hochstapler in der Elite. Und dies ist nur ein Bruchteil der Vielfalt der erzählten Geschichten.
All die Verbrechen werden im Gespräch zwischen Sabine Rückert und Andreas Sentker ausgerollt und diskutiert. Während Sentker, Leiter des Wissenresorts der ZEIT, sich eher in der Rolle des Moderators befindet, erzählt Rückert von den Fällen, die sie oft selbst als Gerichtsreporterin miterlebt hat. Die stellvertretende Chef-Redakteurin der ZEIT hat bereits in so manchen grossen Strafprozessen gesessen und schrieb preisgekrönte Gerichtsreportagen. Sie ist eine Expertin in allem, was die Verbrechensbekämpfung angeht.
Was an diesem Podcast hörenswert ist? Natürlich an erster Stelle die Thematik, die man selten so präzise augearbeitet vorgelegt bekommt. Die Geschichten fesseln und die Entscheidungen und Taten der Menschen erstaunen. Rückert lässt zudem immer wieder hinter die Kulissen blicken und macht es möglich, einen Einblick zu erhalten, der uns ansonsten nicht möglich ist. Und dabei geht es nicht um Schaulustigkeit oder ein gewisses Gefühl moderner Katharsis, sondern um ein neues Verständnis von Opfer und Täter und immer wieder auch von sich selbst.
Zeit Verbrechen ist auf Spotify zu finden.