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L’amore dell’arte

Max Mara hat seine Cruise Show 2019 in der Collezione Maramotti veranstaltet, einem vom Gründer des Labels geschaffenen Museum in Reggio Emilia. Die Gelegenheit für einen Dialog zwischen Kunst und Kleidung, zwischen Geschichte und Gegenwart.
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Kann eine Modekollektion den Genius loci, die Seele eines Ortes, zum Ausdruck bringen? Den Ort, an dem sie kreiert wurde, aber auch den Ort, an dem sie präsentiert wird und der immer noch den Geist in sich trägt, der sie inspirierte? Und kann sie, sobald sie das Licht der Welt erblickt hat, diese «Seele» auf diejenigen übertragen, die sie tragen oder die sehen, wie sie getragen wird? Ja, aber nur, wenn ganz bestimmte Faktoren zusammenwirken. Was bei der Cruise Show 2019 von Max Mara passierte, konnte nur dort passieren, denn die Geschichte des Labels setzt sich aus verschiedenen, miteinander verwobenen Elementen zusammen. Beginnen wir mit dem Ende. Die Modenschau findet im Museum Collezione Maramotti statt, das 2007 in Reggio Emilia eröffnet wurde, inmitten zahlreicher, vom Gründer von Max Mara, Achille Maramotti, in der ersten Fabrik der Marke geschaffener Kunstwerke. Die Seele der Manufaktur, die sich in der Architektur und in den Räumlichkeiten widerspiegelt, geht eine Verbindung ein mit der Ästhetik der Werke von Alberto Burri, Lucio Fontana, Piero Manzoni, Cy Twombly, Jannis Kounellis und vielen anderen, die hier bereits schon so lange ausgestellt werden, dass die Orte ihnen zu gehören scheinen. Diese Fusion findet sich in den Kleidern der Cruise Show 2019 wieder, deren Bezug zu den Werken der Sammlung präzise und direkt ist (die kreidigen Farben von Gastone Novellis «Dizzy», die von Giovanni Anselmo inspirierten Kurven, die lebhaften Plissees wie in «Achrome» von Manzoni), die jedoch andererseits den Röcken, Mänteln und Jacken auch eine völlige Bewegungs- und, sagen wir es ruhig, Denkfreiheit verleihen… Die Verweise auf die Kunstwerke entführen uns in elegante sommerliche Gefilde. Die Silhouetten sind feminin, die Formen geprägt durch weiche Plissees in neutralen Farben. Die Modelle reichen bis zum Boden oder bis unterhalb des Knies. Und dann gibt es da noch die Outerwear, das Aushängeschild von Max Mara, das immer wieder neu erfunden worden ist. Von Kunst und Moderne inspiriert, sind die Mäntel beidseitig tragbar (Kaschmir auf der einen Seite und Nylon auf der anderen), wobei ein Herrenmantel aus Seidenorganza auf der einen und Kamelhaar auf der anderen Seite die innovativste Kreation darstellt (die Schichten und transparenten Stellen erinnern an das Gemälde «Sacco e rosso» von Burri), eine perfekte Fusion von Leichtigkeit und Struktur. Dieselbe Fusion zeigt sich in der Calatrava-Brücke, dem Wahrzeichen von Reggio Emilia, die die Gäste bei ihrer Ankunft bewundern durften, bevor sie einen Abend lang in eine Welt eintauchten, die den Gipfel eines reichen und kreativen Privat- und Berufslebens zeigt.

maxmara.com

 

 

Image Credits:
ZVG

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