Seven: "Am Abgrund ist die Aussicht am Schönsten"
Du hast mit KURZ Schmuck und Uhren die Baselworld 2018 besucht. Was hat dich zu dieser Zusammenarbeit bewogen?
Bei einer Zusammenarbeit ist es wichtig, dass sie auf natürliche Art und Weise entsteht. Da ich in diesem Bereich noch keine Partnerschaften habe und ich ein grosser Uhren-Fan bin, stand dem Ganzen nichts mehr im Weg.
Was fasziniert dich an diesem Schweizer Unternehmen?
Ich würde mich selbst als Tischbombe bezeichnen – ich will heute das und morgen etwas ganz Anderes. Diese Einstellung widerspiegelt auch meinen Style. Mal trage ich einen Anzug, dann wieder Turnschuhe und Beanie. Ich denke gerne querbeet. Und KURZ funktioniert nach dem gleichen Prinzip, sie haben mehrere und verschiedene Uhrenmarken in ihrem Sortiment. Darum ist KURZ Schmuck und Uhren aufgrund der Vielfalt perfekt für mich.
Welches war deine erste Uhr und welche Erinnerung assoziierst du damit?
Meine erste Wunsch-Uhr war die IWC meines Grossvaters, welche ich natürlich nicht bekommen habe. Als Enkel diese Uhr in der Hand zu halten, sie aufzuziehen und ihr Ticken zu hören, war etwas besonders. Das war meine erste Berührung mit einer Uhr. Als Kind hatte ich dann den Spleen, in meinem Zimmer verschiedene Wecker aufzustellen, da mich die unterschiedlichen Tick-Laute faszinierten. Ich lag dann jeweils im Bett und habe aus der Geräuschkulisse verschiedene Takte gebaut. Meine Eltern dachten, dass ich einen Knall habe. In der Zwischenzeit haben sich einige Dinge geändert, ich habe keine Wecker-Sammlung mehr, einen Knall habe ich noch immer (lacht). Meine erste Armbanduhr war dann eine schlichte, schöne Omega.
Du hast im letzten Jahr bereits dein zehntes Album mit dem Titel "4 COLORS" veröffentlicht. Dafür hast du eng mit dem Arts Symphonic Orchestra London zusammengearbeitet. Wie war diese Erfahrung für dich?
Das war ein Ritterschlag für mich, denn ich komme aus klassischem Haus. Bei uns lief den ganzen Tag nur klassische Musik. Mein erstes Instrument war die Geige, welche ich zehn Jahre spielte. Nach wie vor halte ich ein Orchester für das Romantischste und Kitschigste, was es überhaupt gibt. Darum habe ich schon oft mit Orchestern zusammengearbeitet. Aber einmal in einem Studio zu sein, dass für einen solchen Zweck gebaut wurde, war eine neue und überwältigende Erfahrung. Wenn dort die eigens geschriebenen Partituren von einem 70-köpfigen Orchester gespielt werden, dann verdrückt auch einer mit langjähriger Erfahrung eine Träne.
Spielst du heute noch Geige?
Ich spiele manchmal noch, wenn ich für Streicher komponiere, um eine bestimmte Linie zu finden. Aber das kommt sehr selten vor. Ich versuche sonst schon immer die erste Geige zu spielen, das muss reichen (lacht).
In deinem Album widmest du dich den verschiedenen Gefühlen, die durch Farben entstehen können. Welche Farbe widerspiegelt deine Persönlichkeit am meisten?
Eben nicht. Das ist auch der Grund, weshalb ich mich auf vier Farben beschränkt habe. Ich möchte stets Auswahl haben und etwas Neues ausprobieren können. Es zieht mich immer wieder in die Richtung, in der ein Risiko zum Scheitern besteht. Auch hin zum Ungewissen, ganz im Sinne von "Am Abgrund ist die Aussicht am Schönsten". Darum habe ich die vier Farben blau, gelb, rot und purple ausgewählt. Mich auf eine zu reduzieren, bringe ich nicht fertig
Welches ist dein geheimer Favorit von deinem aktuellen Album?
Da müsste man sich entscheiden, welches Kind man am liebsten hat. Es sind natürlich bereits im Vornherein viele Songs herausgeflogen. Auf dem Weg zum Album entstehen viele Lieder, und am Schluss bleibt ein Destillat übrig. Da noch etwas herauszupicken, ist schwierig. Trotzdem hat es ein zwei Songs darauf, die ich für besonders halte, da sie in meinem gesamten Repertoire sehr eigen sind. Zum Beispiel "Don’t Help Me". Ein ziemlich komischer und ruhiger, fast schon depressiver Song mit björkischem-Touch. Am meisten Liebe muss man immer den Aliens geben, und dieser Song ist wirklich ganz eigen.
Bald startet schon wieder die Festival-Saison, wo du an verschiedenen Orten dabei sein wirst. Gibt es einen Event, auf den du dich ganz besonders freust?
Das Gurten-Festival ist eindeutig mein liebstes in der Schweiz. Dort durften wir letztes Jahr spielen. Es ist das erste grosse Festival, das mich am Anfang meiner Karriere buchte. Zudem besuchte ich zu dem Zeitpunkt den Event bereits seit zehn Jahren als Privatperson und hatte das erste Date mit meiner Frau am Gurten. Dieses Jahr sind es die Jazz-Tage Leverkusen, auf die ich mich besonders freue.
Wenn du auf den Verlauf deiner Karriere/deines Lebens zurückschaust - wo war für dich ein Schlüsselpunkt, an dem du wusstest, dass du dich ganz in die Musik investieren möchtest?
Ich glaube auch nicht, dass es diesen Punkt gibt. Es gibt die klassische Frage "Wann hast du dich für die Musik entschieden?", die man so nicht beantworten kann. Das ist nichts, was man entscheiden kann. Wenn du etwas unglaublich gerne machst, machst du es sowieso. Ob du damit dein Geld verdienst, entscheidet schlussendlich nicht, ob du es weiterhin machst oder nicht. Darum gibt es meiner Meinung nach den Moment nicht, in dem man sagt "Jetzt setze ich alles auf die Musik". Das ist Hollywood-Denken. Man verfolgt etwas, weil man es gerne macht, das kann ein Hobby bleiben, das kann zum Beruf werden. Aber egal was sich daraus entwickelt, es ändert nichts daran, dass man es gerne macht.
Was war dein schönster Moment bisher im Jahr 2018?
Mein zweiter Sohn ist momentan sechs Monate alt und da gibt es mindestens all 24 Stunden einen Moment für die Ewigkeit. Jeden Tag nach Hause zu kommen und dem kleinen Wunder in die Augen zu blicken, ist ein grosses Geschenk. Da kann kein Konzert mithalten.
www.kurzschmuckuhren.ch / www.sevenmusic.ch
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ZVG
KURZ Schmuck und Uhren mit Seven an der Baselworld 2018