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Buchgeflüster: George Watsky - Wie man es vermasselt

Geschichten voller Pleiten, Pech und Pannen, ohne einen Seufzer Selbstmitleid. Geschichten voller Pleiten, Pech und Pannen, ohne einen Seufzer Selbstmitleid.
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Der schlaksige George Watsky nutzte in der achten Klasse zum ersten Mal seine Hingabe zur Rap Musik, um seinem Sportlehrer gehörig die Meinung zu sagen; dabei wirft er ausversehen mit Morddrohungen um sich. Entsetztes Erstaunen und erzieherische Massnahmen sind die einzigen Reaktionen auf seine Darbietung. Dass dies erst der erste von vielen Auftritten war, nahm wohl nicht mal er selbst an. Nicht nur als preisgekrönter Poetry-Slammer und Hip Hop Musiker. Nein, auch als Autor hat sich George Watsky unterdessen weltweit einen Namen gemacht. Am 23. August 2017 ist sein Debüt-Roman "How to ruin everything" bei Diogenes nun auch auf Deutsch unter dem Titel „Wie man es vermasselt“ erschienen. Nicht nur das für den Verlag untypische Buchcover, auch der freche Titel machen neugierig, was in diesem Buch zu finden ist.

George Watsky während seiner Tournee in Scrampton.

In den einzelnen Kapiteln, welche alle als autobiographische Erzählungen einzustufen sind, taucht man in kuriose Episoden des Lebens von George Watsky ein. Man tappt mit ihm über den knarzenden Fussboden seiner chaotischen College-WG, unter dessen Dielen sich irgendwo die ausgebüxte Python einer Kollegin herumschlängelt. Torkelt in Flip-Flops über die Plaza del Castillo, in der Hoffnung, nicht von der betrunkenen Menge oder dem wütenden Stier niedergetrampelt zu werden. Liegt mitten in der Nacht ausgestreckt im Sand und bekommt dank eines verkehrt herum abgefeuerten Feuerwerkkörpers einen Eindruck davon, wie es in einem Gehirn aussehen muss.

Die Geschichten lesen sich leicht und meist mit einem Lächeln auf den Lippen. Es kommt einem fast so vor, als würde man mit dem Autor in einem gemütlichen Kaffee sitzen und seinem Geplauder aus dem Nähkästchen vor Ort lauschen. Ohne Hemmungen und gnadenlos ehrlich beschreibt dieser sein Leben und die Lektionen, die er durch urkomische Situationen gelernt hat.

Und mit dem Lesen stellt sich heraus: Was anfänglich nach einem ironischen Ratgeber für Chaos klang, ist in der Realität viel mehr ein zwinkernder Seitenhieb, sich selbst und das Leben nicht immer allzu ernst zu nehmen.

 

 

 

"Wie man es vermasselt" von George Watsky
erschienen am 23. August 2017 bei Diogenes
336 Seiten / CHF 30

Leseprobe unter: www.diogenes.ch/leseprobe

Pressebild_Wie-man-es-vermasseltDiogenes-Verlag_72dpi.jpg

www.diogenes.ch

 

Image Credits:
Pinterest
IG @gwatsky
Diogenes

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