Was gibt's Neues, Doc?
Radiofrequenz: Die multifunktionale Revolution
Die Radiofrequenz ist eine technische Innovation zur Korrektur der Hauterschlaffung. Die Erwärmung stimuliert die Fibroblasten, die für die Kollagenproduktion sorgen. Dadurch ergibt sich eine Straffung und bessere Festigkeit der Haut. Sie wird am häufigsten ergänzend zu Injektionen im Gesicht eingesetzt, um die Behandlungen dort und an Dekolleté und Hals zu verstärken. Auch am Körper wird die Methode benutzt, um Zonen mit zu wenig Spannkraft neu zu definieren, erklärt der Dermatologe Serge Dahan. "Am Körper wirkt sie wie ein Body-Contouring, das besonders für die Behandlung schlaffer Partien geeignet ist, wie sie nach einer Schwangerschaft oder einem Gewichtsverlust entstehen. Darüber hinaus fördert sie die Ausschwemmung der Fettzellen und wirkt so auf diese ein, dass Cellulite und die Orangenhaut-Optik zurückgehen."
Der letzte Schrei in Sachen Radiofrequenz nennt sich Venus Viva und arbeitet mit einer grossen Anzahl von Dioden, die Wellen in der Haut erzeugen. Die Behandlungsmethode erreiche verblüffende Ergebnisse bei Aknenarben und Dehnungsstreifen, erklärt Dr. Jean-Marc Adda: "Venus Viva ist eine Innovation zur Korrektur von unregelmässiger Haut und dem Erscheinungsbild von Narben und Falten; damit kann zu Beginn der Behandlung auch erschlaffte Haut an den Armen und im Gesicht korrigiert werden, bevor mit nichtfraktionierter Radiotherapie fortgefahren wird." Unangenehme Nebenwirkungen der Therapie gibt es kaum. Doch Achtung, die Methode ist nicht immer angezeigt: "Vorsicht ist geboten bei Haut, die Vorerkrankungen aufweist oder zu Hyperpigmentierung neigt, was eine Reaktion auf die Behandlung auslösen könnte", warnt er.
Mesotherapie: Das neue Geheimnis des Glow
Die Mesotherapie kam ursprünglich für die lokale, sehr oberflächliche Injektion von Medikamenten zum Einsatz und erlebt nun laut Dr. Bernard Sillam in der ästhetischen Medizin ein Revival: "Sie wird immer öfter im Gesicht angewendet, entweder mit der Nadel oder dem Roller. Dank eines Cocktails an Vitaminen, Spurenelementen, Antioxidantien und unvernetzter Hyaluronsäure ist damit ein echter Frischekick erreichbar." Ein ganz schneller Beauty-Shot, ideal zur Hautstraffung und um den Glow vor einem besonderen Anlass zu intensivieren.
Injektionen: Immer dezenter, immer wirksamer
Injektionen werden heute mit Kanülen vorgenommen statt wie früher mit Spritzen. Das Ergebnis: weniger Schmerzen, beinahe keine Blutergüsse mehr und extrem präzise aufgefüllte Fältchen. Sie möchten die erschlaffte Mundpartie mit den für Raucherinnen typischen "Barcode-Fältchen" an der Oberlippe aufpolstern, ohne gleich für immer ein Duckface wie die Reality-Sternchen zu bekommen? Die oberste Regel: ja keine Injektionen im Ausland vornehmen lassen, wo viele Produkte zweifelhafter Herkunft im Umlauf sind, die nur teilweise resorbierbar sind. Am besten sucht man sich einen Mediziner mit vernünftiger Grundeinstellung. Von so jemandem ist die beste Beratung zu erwarten, wie Alexandre Cretin-Duvernois, Arzt für ästhetische Medizin in Paris, erklärt: "Wir haben immer öfter Anfragen von Frauen, die mit Instagram-Fotos des Kardashian-Clans in unsere Praxen kommen: zu stark aufgeplusterte Lippen, die mit mehr als einer Spritze gemacht sind und absolut nicht natürlich wirken. Genau hier spielt der Rat des Arztes eine wichtige Rolle. Er hat die Pflicht, die Patientin bestmöglich zu informieren und zu leiten und gegebenenfalls auch die Wünsche etwas zu dämpfen."
Die Fachleute sind sich einig: Je früher man es angeht, desto besser. Sobald die ersten Falten erscheinen, werden gezielte Stellen mit kleineren Mengen aufgespritzt, um die spontane Mimik zu erhalten und ein natürliches Ergebnis zu erzielen, wie die ästhetische Chirurgin Aurélie Fabié-Boulard erklärt. "Zur Unterstützung erfolgen regelmässige Injektionen mit kleineren Mengen in allen Zonen, die an Festigkeit verlieren, zum Beispiel an den Schläfen, Wangen und Mundwinkeln. So bekommt man bessere Resultate, als wenn man wartet, bis die Falte tief und bleibend ist. Die modernen Hyaluronsäuren, die abhängig von der Gewebedicke der Injektionszone gewählt werden, sind anpassungsfähiger und werden vom Körper leichter angenommen als ihre Vorläufer."
Schönheit durch Kälte: Eine Technik im ständigen Wandel
Die Kryolipolyse ist eine echte Revolution in Sachen Schlankheit. Nach ein oder zwei Sitzungen, verteilt über drei Monate, können wir den lokalen Fettdepots an Bauch, Hüften, Armen und der Innen- und Aussenseite der Oberschenkel adieu sagen. Die frostgekühlten Fettzellen werden zerstört und anschliessend vom Organismus abtransportiert, unter anderem über die Harnwege. Die ideale Alternative zu chirurgischer Fettabsaugung, zu der eine Anästhesie und das Tragen einer Kompressionshose gehören und die das Risiko eines "Wellblecheffekts" birgt. Doch man solle nicht die Illusion von Schlankheit ohne Anstrengung haben, mahnt Dr. James Schinazi: "Die Kryolipolyse verbessert sich immer weiter, besonders dank der Applikatoren der neuesten Generation, die die Kälte gleichmässig verteilen. Doch man sollte nicht aus den Augen verlieren, dass sie nur bei Personen wirkt, die einen gesunden Lebenswandel haben. Daher ist die realistische Auswahl durch den Arzt wichtig. Bevorzugt werden Patienten ohne oder mit wenig Übergewicht und nur lokalen Fettdepots, mit guter Spannkraft der Haut, die sich ausgewogen ernähren und regelmässig Ausdauersport betreiben." Jenseits der 45 sind so manche unangenehm überrascht, weil sich ein leichtes Doppelkinn bildet, warnt Bernard Sillam: "Ein Doppelkinn entsteht aus einer Kombination von Gewebeerschlaffung und Fettdepots. Es beeinträchtigt die Gesichtskontur und kann tatsächlich Komplexe hervorrufen. Wir behandeln es mit Coolmini, einer speziell für das Gesicht entwickelten Version des bekannten Coolsculpting. Es ist für schlecht zugängliche Partien konzipiert und erlaubt sogar die Behandlung des typischen Polsters an den hinteren Rippen, auch bekannt als 'bra fat', sowie der kleinen Polster über dem Knie und unter den Achseln."
Lieber keine halben Sachen
Viele Spezialisten empfehlen ein "Full face"-Programm zur Komplettverjüngung, das die Harmonie des ganzen Gesichts berücksichtigt, anstatt jede Falte isoliert zu behandeln. Dabei kommen mehrere sich ergänzende Techniken zum Einsatz. "Es ist alles eine Frage der Proportionen", sagt Aurélie Fabié-Boulard. "Wird nur in die untere Gesichtspartie injiziert, ohne gleichzeitig das obere Drittel zu behandeln, könnte die Mimik schwer werden. Genauso kann das Aufspritzen der Nasolabialfalten ohne Behandlung der Tränensäcke und hängenden Wangen ein unausgewogenes Bild ergeben."
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© Bruno Metra and Lawrence Jeanson