Nachgefragt: Fabrice Penot von Le Labo
L'OFFICIEL Schweiz: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Parfümeur zu werden?
Fabrice Penot: Ich wollte Schriftsteller werden und bin bei L’Oréal in Paris in der Werbung gelandet. Nach einem Seminar bei Jean-Claude Ellena in Grasse war mir klar, dass Düfte meine Sprache waren. Es folgte eine Ausbildung in Versailles und eine Stage bei Firmenich in der Schweiz. Danach arbeitete ich für L’Oréal an Armani-Düften. Nach ein paar Jahren merkte ich, dass ich nicht mehr weiterkomme, und ging nach New York. Ich wollte ohne Kompromisse arbeiten.
"Rose 31" von 2006 ist Ihr Bestseller. Was ist so besonders daran?
Die Idee war, einen subtilen und mehrdeutigen Rosenduft zu kreieren, der von Frauen und Männern getragen werden kann. Das Parfüm ist sinnlich, aber Kümmel, Vetiver, Zedern-, Guajak- und Agarhölzer, Olibanum, Labdanum und Moschus verhindern, dass es mädchenhaft wird, und sorgen dafür, dass es eine starke Ausstrahlung hat.
Gibt es einen Duftstoff, den Sie besonders mögen?
Mein Freund Eddie Roschi und ich sind beide grosse Fans von Hölzern und Moschus. Um einen guten Duft zu kreieren, braucht es aber eine ganze Duftpalette. Wir arbeiten mit circa 200 verschiedenen Düften. Die Entwicklung eines neuen Parfüms kann Jahre dauern. Einige unserer Düfte haben wir über 400-mal modifiziert, bei anderen waren nur 50 Versuche nötig. Man weiss vorher nie, wann die Magie geschieht.
Was hat sich seit der Übernahme von Estée Lauder 2010 verändert?
Nicht viel – ausser dass wir talentiertere Mitarbeiter anstellen können und in neuen Märkten unterstützt werden. So können wir uns mehr auf die Düfte konzentrieren.
Was inspiriert Sie?
Eine Frau, ein Mann, eine Landschaft, eine Träne, ein Blatt, ein Blick, Ruhe... alles, immer und überall.
Le Labo Parfums gibts exlusiv bei Globus Bellevue, 50 ml,
ab CHF 140.
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ZVG